Fast wäre seine wissenschaftliche Karriere zu Ende gewesen, bevor sie richtig begonnen hat. Als Axel Ockenfels im Jahr 2000, gerade 31 Jahre alt, zusammen mit dem Amerikaner Gary Bolton seine ERC-Theorie aufstellt, zieht er sich den Zorn fast der gesamten Ökonomenzunft zu. Denn das Papier schlägt ein wie eine Bombe, rüttelt an den Grundfesten der Volkswirtschaftslehre. Die damals ungeheure Kernaussage lautet: Menschen sind soziale Wesen, die eben nicht immer vollkommen rational und eigennützig handeln, wie es das weithin akzeptierte Modell des Homo oeconomicus unterstellt. "Wer mit offenen Augen durch die Welt läuft, kommt an Prinzipien wie Fairness oder Gerechtigkeit nicht vorbei", sagt Ockenfels.