Vor Bludenz rumpelt Schoberl einen Kiesweg bergauf zu einer Müllhalde. Schon aus 500 Meter Entfernung deutet er auf ein schwarzes Pünktchen am steilen grauen Felshang. Das Pünktchen ist Achim, der neue Achim. „Korrk“, ruft Schoberl. „Gorrk“ ruft Achim, und alsbald sitzt er auf dem Arm des Rabenvaters, Fleischbatzen im mächtigen Schnabel. Seit dem vergangenen Jahr dürfe in Österreich der Restmüll nicht mehr auf Deponien gekippt werden, sagt Schoberl, er werde gesammelt, über die Grenze in die Schweiz gebracht und verbrannt. „Da schieben die Kolkraben jetzt Kohldampf.“ Die Deponie ist der Fressplatz von bis zu 350 Tieren aus der Umgegend, der größten Ansammlung weit und breit. Dazu kommen Saatkrähen. Auf dem Müllhaufen am Fuß schneebedeckter Berge hat Schoberl einen Erdhügel errichtet, mit einem kleinen Holzkreuz darauf und einem Tannenbäumchen. Dahin schüttet er das Futter für die Kolkraben. Dann wartet er. Und wartet. Es kann dauern, bis die intelligenten Tiere zuschlagen.