Malygin, Viktor: "Österreichische Redewendungen und Redensarten", p. 89
Estructura completa
seinen Kren dazugeben
Variantes
seinen Senf dazugeben
Contexto
Das Wort "Kren" selbst stammt vermutlich aus dem Slawischen und wurde bereits 1000 v. Chr. nach Westeuropa eingeführt. Kein Wunder, dass der Kren nicht nur kulinarisch, sondern auch sprachlich tief in der österreichischen Seele verwurzelt ist. Kostprobe gefällig? Wenn einer ein "gsunder Kren" ist, lässt er sich schamlos ausnutzen; und eine Frau, die "ihren Kren" hat, hat finanziell ausgesorgt. "Seinen Kren" dazuzugeben - also ungefragt seine Meinung zu äußern - war die Spezialität von Direktor Hofacker, meinem Chef während meiner Jungkochzeit im Grand Hotel Axelmannstein. Als er aber einmal eine Krensauce mit den Worten "desch muss kratza" kritisierte, antwortete Saucier Vielweib entschieden: "An dieser Sauce hätte selbst der große Walterspiel nichts auszusetzen gehabt." Daraufhin verließ Direktor Hochacker wortlos die Küche und dachte sich wahrscheinlich nur: Was für ein Kren-Reißer (= Wichtigtuer).