Der Maler, Zeichner und Illustrator wurde am 9. Mai 1870 in Breslau geboren. Mit 19 Jahren ließ er sich in Berlin nieder, genauer in Schöneberg, das bis zum Lebensende seine Wirkungsstätte blieb. Er äußerte: „Was mich um mich herum irgendwie berührt, ergreift, packt, erschüttert, gibt mir die Impulse zu meinen Bildern.“ Baluscheks Verdienst besteht darin, den unteren sozialen Schichten und „Randexistenzen“ wie Obdachlosen, Geisteskranken, Trinkern und Prostituierten zu Bildwürde verholfen zu haben. Auf seinem Bild „Eisenbahner-Feierabend“ (1895) läuft ein beidseitig mit Bretterwänden befestigter Weg wie ein Kanal auf uns zu. Er „spült“ uns Eisenbahner entgegen, die von ihren Frauen und Kindern abgeholt werden. Wir sehen in viele müde, etwas stumpf oder auch nachdenklich dreinblickende Gesichter. Ernst schaut uns die größere der beiden Töchter des vorneweg laufenden Eisenbahners an. Ein beunruhigendes „Idyll“ malt uns Baluschek in einem anderen Bild aus. Der Vollmond steht in lauer Nacht über einem Park. Die „Obdachlosen“ (1919), so der Bildtitel, sitzen oder liegen verkrümmt auf den Parkbänken und schlafen. Nur eine Frau hat die Augen offen und hält sich aufrecht.